Kontakt    Tel.  07461  176-0    78532  Tuttlingen
clear
clear
Referenzen Details

Thanheimer Steige

Kategorie: Verkehrswegebau
Fertigstellung: 2006

Auftraggeber: Regierungspräsidium Tübingen

 

 

 

Die L 360 liegt auf ca. 850 m NN und ist die wichtige Querverbindung zwischen Thanheim und Onstmettingen.

 

Bei dieser Baustelle handelt es sich um eine rund 2,0 km lange, zweispurige und kurvige Hangstraßenerneuerung mit rund sechs Prozent Steigung, permanentem Gefällewechsel sowie stark eingeschränkter Baulogistik (Zugang wie in einem Tunnel) nahe dem Schloß Hohenzollern. Die alte und neue Achse sowie der alte und neue Gradient waren nicht identisch. Die SKS Bau hat hier in der Vermessung und der 3D-Maschinensteuerung neue Wege beschritten und damit die Leistung der Baumaschinen steigern und die Bauzeiten reduzieren können. Nach der zweistündigen Einweisung in das Topcon-Satellitenpositionierungssystem HiperPro konnte der Polier alle baurelevanten Punkte sofort ohne Vermessung vor Ort selbständig auf den Zentimeter genau abstecken und darüber hinaus alle Arbeiten (genau wie geplant) sowie alle Nachträge sofort selbständig transparent und nachvollziehbar dokumentieren. Der Bauverlauf konnte hierdurch effizienter gestaltet werden. Wartezeiten auf den Vermesser und Maschinenstillstand bzw. Umsetzungen gab es nicht mehr. Der HiperPro hatte das gesamte Projekt - Rohplanum mit Böschungen sowie Einschnitten (DGM1), ferner die fertige Fahrbahn (DGM2) - als digitales Geländemodell hinterlegt. Darüber hinaus waren alle diskreten Bauwerke wie Haltungen und Leitungen auf einem farbigen Display sofort abrufbar. Die SKS hat außerdem einen Kettenbagger Cat 325C mit einer Topcon-3D-Maschinensteuerung ausgerüstet. Der HiperPro und die 3D-Baggersteuerung nutzen zur zentimetergenauen Positionierung das US-amerikanische GPS und zusätzlich das russische Glonass-Satellitenpositionierungssystem. Beide Systeme bringen in Kombination eine höhere Genauigkeit als GPS allein. Zusätzlich kann in Situationen mit starker Abschattung einwandfrei gearbeitet werden. "Das ist ja wie im Raumschiff Enterprise" meinte dazu der Maschinist. In der Sichtlinie zum Löffel - es können zehn unterschiedliche Werkzeuge inklusive Grabenräumlöffel verwendet werden - ist ein großes Touchscreen Display, vergleichbar mit einem komfortablen Auto-Navigationssystem montiert. Der Maschinist sieht auf einen Blick übersichtlich alle relevanten Informationen. Aussteigen, Stillstand, Schnüren und Hilfspersonal gab es nicht mehr. Versehentlicher Mehraushub rechts und links der Fahrbahn entfielen ebenfalls, und die Rohplanums und die Schotterhöhen wurden in einem Arbeitsgang ohne Nacharbeit sofort hergestellt. Auch das fertige Abziehen der Böschungen und der Einschnitte ohne Böschungslehren wurden mit der 3D-Steuerung schneller unf vor allem ohne Mehrausbau mit exaktem Gefälle realisiert. Eine zusätzliche Herausforderung im Bauablauf waren Lehmblasen mit nichttragfähigem Grund. Hier spielten der Maschinist und die 3D-Steuerung ihre Stärken aus. In der Steuerung gab der Maschinist lediglich einen Offset-Wert ein, eine Parallelverschiebung des Rohplanumhorizontes nach unten, und kofferte exakt auf Höhe den nicht tragfähigen Grund aus. Im Anschluss dokumentierte der Polier den Nachtrag sofort mit vier oder mehr Messpunkten (Zeitaufwand eine Minute), und der Baufortschritt ging ungehindert weiter.

 

Die Thanheimer Steige sollte im April/Mai 2006 fertig gestellt sein, im November 2005 wurde bereits vorzeitig der Asphalt eingebracht. Die SKS hat zwei HiperPro-Handmesssysteme für die Poliere, eine 3D-Kettenbaggersteuerung sowie eine 3D-Raupen- und 3D-Gradersteuerung für Schildautomatik im Einsatz.

Bauarbeiten an der Thanheimer Steige

Baumarbeiten an der Thanheimer Steige